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Montag, 12. Oktober 2020

A longlife light for the camp - UCO candle lanterns

 Disclaimer: This is _not_ advertisment or product placement. Any product shown here I have bought on my own, and in this test you only get to read my opinion about it. 

11cm in size when packed

While walking, a good headlamp does it's job, but later on in camp, a different light source may be a good thing. Something that does provide light for hours while not drawing electric power or drain your powerbank. Last but not least, a little bit of heat production isn't bad, so that the walls of your tarp or tent do not get wet from the night's airflow.


That's where the UCO candle lanterns come in handy, at a weight of 181g (including a candle) and a packed height of around 11cm, these use spring loaded candles firmly

My 15 year old UCO candle lantern,
while the glass needs some cleaning,
it works like a charm till today

pressed to the top of the candle holder, so that these special candles burn without any wax dripping, if the lantern is kept straight and is not moved to much. Ideal for the base camp.

A single candle can burn up to nine hours in a go, while producing approximately the heat of a tea-light. While that's not much, in my cases
it at least helped to reduce the humidity at the tarp walls significantly. 

The candles are available in a citronella flavour to get rid of insects while in operation, with a neutral wax, or with natural bee wax. If operated as designed, there's next to no smell of a candle in the room. The lantern cover is telescopic, and when shut down, the candle can stay inside.

When in operation, there's a little window in the body of the lantern, showing how
much is left of the candle to burn. The lantern's light body is made of sturdy glass.

A candle, being a solid fuel, independent from electronics, and heating, the UCO lantern makes the optimal base camp light source, and work nicely as a backup light. It provides enough light to read and cook. On my longer trips, I always have one of these in my backpack, alongside my PETZL Actik Core headlamp.

The springloaded candle
is always pushed atop the cylinder
While I love the UCO lanterns, of course there is a con. That is, the candles are special in the mix of fuel/wax, and it absolutely can only be operated with the original candles sold by UCO. I can deal with it, most of my trips are only over the weekend or less, and with 9 hours burntime I am very happy. However, one has to know these candles are sold separately and they do cost significant money. UCO also does produce a different lantern that is compatible with regular tea-lights, but due to the long time burn of the original UCO, I like that more than the newer variants.


Montag, 28. September 2020

Stirnlampe Petzl Actik Core und Noctlight Lantern

 Disclaimer: Hierbei handelt es sich _nicht_ um Werbung oder Produktplatzierung. Das hier vorgestellte Produkt habe ich selbst erworben und gebe in diesem Test ausschließlich meine eigene Meinung wieder.

Petzl Actik Core in der Frontalen


Die Tage werden nun schneller dunkel und meine über 25 Jahre alte Stirnlampe wirft nur noch ein fahles Licht. Für mich war klar, etwas Neues muss her. Und bei dieser Gelegenheit definiert man natürlich gleich ein paar unverzichtbare Eigenschaften, die sie können muss.

- Lademöglichkeit per USB, aber eben nicht zwingend!

Bei meinen Recherchen wurde ich so auf die Petzl Actik Core aufmerksam. Sie ist kompatibel mit sowohl klassischen AAA Batterien, als auch mit dem "Core" Li-Ion Akku von Petzl. Dieser kann anstelle der AAA Batterien eingelegt werden. Der Core Akku ist einfach via USB ladbar, bei einer Ladezeit von ca. 3 Stunden. Die Tatsache aber, das man anstatt dieses Akkus auch normale Batterien einlegen kann, war für mich das Killer Feature. Im Gegensatz  zu anderen Lampen mit integriertem Li-Ion Akku muss man sich hier nicht auf selbiges verlassen, und kann einen Satz AAA Batterien als Safety Backup mitnehmen. Ansonsten habe ich auf Mehrtagestouren auch immer noch ein Smartphone als auch eine UCO Kerzenlaterne als Backup für den Notfall dabei.

Der Petzl Core Akku im Gehäuse
der Actik Core verbaut


Ein Netzteil wird nicht mitgeliefert. Man kann den Akku sowohl innerhalb als auch außerhalb des Lampengehäuses mit einem Standard USB Netzteil als auch an jeder Powerbank laden.

- lange Leuchtdauer und gute Helligkeit

Auf der niedrigsten Stufe wirft die Actik Core lediglich 6 Lumen, was jedoch ausreicht, um mir den Weg befriedigend auszuleuchten, wenn das Gelände nicht kompliziert ist. In diesem Modus, den ich tatsächlich 90% der Zeit benutze, läuft die Actik Core sagenhafte 130 Stunden, bevor der Akku wieder an die USB-Tankstelle muss. Die nächste, von Petzl als "normaler " Modus bezeichnete Betriebsart wirft bereits 100 Lumen auf den Weg. Diese Ausleuchtung ist mehr als gut. Hier läuft diese Lampe noch ca. 8 Stunden am Stück. Schließlich gibt es noch den "Max Power" Modus, bei dem volle 450 Lumen zum Einsatz kommen. Diese Betriebsart macht die Lampe zu einem starken Strahler, der wohl  mehr mit einer klassischen Taschenlampe vergleichbar ist. Im breitem Leuchkegel von fast 90 Metern wird alles gut ausgeleuchtet, inklusive Tieraugen im Wald :) . Maximal 2 Stunden kann die Actik Core so arbeiten. 

Geht die Stromversorgung an die Grenzen, so schaltet die Actik Core automatisch in den Reservemodus. Das heißt, sie schaltet vom jeweils gerade gewähltem Modus eine Leistungsstufe herrunter. So bekommt man im Normalmodus mit 100 Lumen noch ca. 2 Stunden Licht in der niedrigsten Stufe mit 5 Lumen, und weiß auch, das es Zeit wird, den Akku wieder zu laden. Es ist also nicht so, das sie "plötzlich" ausgeht, kein Grund zur Panik wenn der Akku mal schwach wird.

- Einsatz als Lagerlampe

Die Noctlight Laterne ist ein optionales Zubehör für diese Stirnlampe (und weitere Petzl Lampen). Dieses erfüllt zwei Zwecke: zum einen ist es ein nettes Case für die Stirnlampe,

Die Noctlight Laterne bietet einen
Diffusor...

wo sie stoßgeschützt und wasserabweisend untergebracht ist. Zum anderen hat die Laterne im Oberen Drittel einen Diffusor eingebaut, so das die Laterne ein angenehmes Licht abwirft, ideal fürs Lager.

Die Actik Core kann auch in einen Rotlicht Betrieb geschalten werden. In diesem Modus läuft sie bis zu 160 Stunden. Das abgeworfene Licht ist sehr schwach, reicht aber perfekt um im Lager nahe Tätigkeiten auszuüben. Das Rotlicht erfüllt vorallem drei naheliegende Zwecke: Es blendet keine anderen Personen, und es zieht deutlich weniger Insekten an als Weißlicht, desweiteren ist das Rotlicht auch deutlich angenehmer für die Augen, etwa beim Lesen.

... und ist außerdem ein stoßgeschütztes
Case für die Stirnlampe

Fazit

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dieser Stirnlampe und freue mich geradezu, sie jetzt im Herbst und im kommenden Winter oft zu benutzen. Einzig das Plastikgehäuse dieser Lampe könnte etwas härter sein. Wie man an dem Titelbild dieses Artikels sehen kann, habe ich mir schon die eine oder andere Kerbe da reingeschlagen. Für mich aber kein ausschlaggebender Faktor. Ebenso ist diese Lampe nicht wasserdicht, jedoch nach IPX4 wasserabweisend. Solange man also nicht mit ihr tauchen geht, sollte Regen keinerlei Probleme bereiten. Wenn ihr weitere Fragen zu dieser Lampe habt, könnt ihr mich gern kontaktieren.


Montag, 14. September 2020

 51 km von Erlangen Bruck nach Herpersdorf

Angedacht hatten wir diese Wanderung als Training für den 50/12 Megamarsch in Nürnberg. Mittlerweile mein dritter Marsch über 50km, aber auch für mich ist das noch eine große Herausforderung. Ich möchte außerdem erreichen, das die Distanzen um 30-40km eine gewisse "Normalität" erreichen, was Regeneration und Fitness betrifft. Es soll auch in meiner Psyche eine gewisse Sicherheit herrschen für solche Distanzen. 



Diesmal ging es von Erlangen Bruck nach Lichtenau, wobei Herpersdorf der Endpunkt für die Tour war. Freundlicherweise habe ich da einen Bekannten, der uns dann ein so tolles Essen auftischte, das allein Dieses eine solche Wanderung wert war :)

Die Strecke selbst war wunderbar ausgeglichen, genau so würde ich mir einen Megamarsch wünschen. 6km waren meine Paradedisziplin, Asphalt, und man konnte hohe Geschwindigkeiten ziehen. Bis nach Fürth ging es am Kanal entlang, und weil wir so früh gestartet sind, gelangen uns ein paar exzellente Aufnahmen. Der Rest der Strecke war Waldwanderweg, wunderschön im Wald westlich von Fürth, und Feldwege, die üblichen Maisfelder. 

Warum schreibe ich diesen Artikel? Weil es natürlich einige neue Erkenntnisse für mich gab, wenn ich die Wanderung vergleiche mit meinen vorherigen Distanzläufen:

Die Trinkblase ist unverzichtbar

Ohne meine Neuanschaffung dieser Trinkblase von Source hätte ich es nicht geschafft. Es überwiegen im Großen und Ganzen die Vorteile dieser Lösung. Bis zu 3 Liter Wasser bringe ich in Flaschen nicht so optimiert in dem Rucksack unter. Und das wichtigste: ich konnte mir durch eine Trinkblase angewöhnen, endlich in ausreichender Menge und vor allem in zeitlich viel kürzeren Abständen Wasser zu konsumieren.

Der vermeintlich viel zu große Rucksack taugt wunderbar für so eine Strecke

Meinen Deuter AC-Lite 50+10 (Also maximal 60 Liter Volumen) wird von vielen als Overkill für solch eine Distanzwanderung unter Megamarsch-Bedingungen bezeichnet. Doch dies kann ich (mal wieder) nicht bestätigen! Den AC-Lite kann man klein zusammenschnüren, und es ist vor allem das Tragesystem, welches so genial ist, das ich den vermeintlichen Nachteil eines zu großen Rucksackes gerne ignoriere. Ich habe den AC-Lite 50+10 auch mal in einem Artikel im Detail betrachtet.

Ein Laufbuddy hilft ungemein

Bisher habe ich diese Distanzen alleine durchgezogen. Diese Wanderung hat mir gezeigt wie sehr ein Wanderbuddy auf der Langstrecke hilft. Auf dem Megamarsch ist das im Allgemeinen kein Problem, denn wenn man sozial nicht völlig eingekehrt ist, dann lernt man dort so oder so zig neue Leute kennen. Aber auch auf Privattouren über solch lange Distanzen möchte ich in Zukunft zusehen, diese nicht mehr alleine zu machen.

Diese Haferriegel sind klasse

Bei DM hatte ich diesmal als Teil der Marschverpflegung diese Haferriegel gekauft. Ich mag hier keine direkte Produkte benennen. Aber man findet sie sehr leicht, im Grunde ist das mit einem Sirup zusammengepresse Haferflocken. Ein Riegel hat 200kcal. Man kann sie also sehr gut portionieren, sie sind in BIO Qualität, und haben durch jede Menge Ballaststoffe dennoch einen recht hohen Sättigungsgrad.

Alles in Allem hoffe ich nun, das der Megamarsch in Nürnberg trotz Corona vielleicht die Zulassung bekommt. Die Teilnehmerzahl wurde bereits auf 1000 beschränkt. Heute habe ich gelesen, das der 100km Marsch in Frankfurt, ebenfalls mit auf 1200 Teilnehmer beschränkter Teilnehmerzahl offiziell zugelassen wurde. Die Hoffnung bleibt, das Nürnberg nachzieht.


Freitag, 4. September 2020

Eine detailierte Betrachtung des Deuter Aircontact Lite 50+10


AC Lite unter Vollast

Disclaimer: Hierbei handelt es sich _nicht_ um Werbung oder Produktplatzierung. Das hier vorgestellte Produkt habe ich selbst erworben und gebe in diesem Test ausschließlich meine eigene Meinung wieder.

Diesen Rucksack habe ich mir gegen Jahresende 2019 gegönnt. Mittlerweile habe ich gut 450km mit ihm zurückgelegt, und es ist Zeit, ihn mal im Detail vorzustellen und seine Eigenschaften genauer anzuschauen. Bisher hatte ich für Eintageswanderungen einen Deuter Giga Office Pro benutzt. Eigentlich wollte ich das so beibehalten, denn wer braucht die 50 Liter Volumen des Aircomfort Lite bei Tagesausflügen? Aber das Tragesystem des Aircomfort hat mich eines Besseren belehrt. Es ist schlichtweg so komfortabel, das ich den Rucksack nun auch im Alltag verwende. Doch dazu später mehr.

Robuste Materialen und ein Schwergewicht?
Obwohl der Aircontact Lite das "Light" im Namen trägt, ist er nicht wirklich ein Leichtgewicht. Er bringt leer bereits 1,75kg auf die Waage, die man dann so oder so schleppen muss. Ich selber bin kein "Ultralight" Fetischist beim Wandern. Vielmehr ist es bei mir eine Abwägung zwischen Robustheit,  Gewicht, und Preis. Ja, man spürt auf der Langstrecke jedes Gramm. Aber ich bin auch nicht bereit, unendlich viel Geld in einen Rucksack zu investieren. Und wenn es in den Bereich Ultralight geht, dann wird es meist teuer. Also lieber eine "Mittelklasse
" im Gewicht, dafür einen Rucksack, an dem ich viele Jahre Spaß haben werde. Dann trainiere ich eben so, das ich dieses Gewicht auch vertrage. Nebenbei bemerkt, mein Eindruck in der Ultralight Szene ist sowieso, das einige, die darüber fachsimpeln wieviele Gramm sie beim Kochsystem sparen können, eigentlich zu aller erst am Bauch ein paar Kilos wettmachen könnten. Oft sind halt die Verhältnisse etwas komisch :)

Nun aber zum verwendeten Material bei diesem Rucksack. Deuter nennt die Materialen "600D POLY RIPSTOP" sowie "100D PA High Tenacity". Ersteres wird wohl für die wetterfühligen Seiten des Rucksackes verwendet und hat eine 2000mm Wassersäule. Man kann also von zumindest "wasserabweisend" sprechen. Letzteres Material hingegen ist eine Leichtvariante des normalerweise von Deuter verwendeten "Polyamid 330D/250D" Textils. Zusätzlich ist der ganze Rucksack "Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC)"-Frei imprägniert, damit wird erreicht, das Wasser erstmal zum "abperlen" neigt. PFC Material kann so gut wie nicht abgebaut werden. Das Deuter hier drauf schaut, halte ich durchaus für einen Pluspunkt für den Hersteller. PFC freie Herstellung ist nicht selbstverständlich.

Mein Eindruck ist, das das verwendete Material Deuter typisch extrem Robust ist. Ich bin mit diesem Rucksack schon schwer hängengeblieben, habe meine Laufstöcke aus Versehen mal reingestoßen, und bisher hat der Deuter ohne auch nur eine Blessur alles mitgemacht. Es deckt sich mit meinen bisherigen Erfahrungen mit Deuter Rucksäcken: Mein Giga-Office-Pro ist auch nach 15 Jahren noch ohne jede Einschränkug einsatzfähig. Ich mache mir also weniger Sorgen um die Qualität -- vielmehr rechne ich damit, das ich irgendwann einen neuen Rucksack möchte (vielleicht wegen Features) und ich aus Gründen der Qualität aber keinen validen Grund habe mir einen neuen Rucksack zu gönnen :)

Alles in Allem ist der AC Lite also grundsolide beim Material. Ich mache mir hier keinerlei Sorgen. Das ist für mich, zusammen mit dem meiner Meinung nach günstigem Preis (dazu später mehr) schomal ein absolutes "Ja" für den AC Lite.

Weil die Materialien lediglich wasserabweisend sind, kommt man beim AC Lite nicht um eine Regenhülle herum - die man leider extra erwerben muss, und die das Basisgewicht noch einmal um ca. 150g erhöht. Für mich persönlich ist eine Regenhülle kein wirklicher Nachteil. Sie ist sehr schnell aufgesetzt, und hat multiple weitere Einsatzmöglichkeiten. Sie dient bei mir schonmal als kleiner "Tisch" oder zusätzliches Bodendeckungsmaterial im Tarp. Sie lässt sich recht klein zusammenstauchen, und hat Übergröße, was wichtig ist. Wenn man eine Tageswanderung macht, und setzt die Regenhülle auf, so hängt sie unten runter wie ein nasser Sack. Sieht ein bisschen komisch aus, aber man gewöhnt sich dran. Mit etwas Aufwand kann man sie unten auch zusammenrollen. Dank der Übergröße kann ich außen angehängte Ausrüstung wie meine Isomatte problemlos mit einpacken und trocken halten. Das man eine extra Regenhülle benötigt, mag jeder für sich bewerten - die Regenhülle selbst ist jedenfalls Top! Ich habe sie auf der Strecke Nürnberg nach Erlangen über 18km im Dauerregen getestet, und es ist alles trocken geblieben.

Tragesystem - eine Frage des Komforts
Tragesystem des AC Lite


Mit meinem durch IT-Arbeit geprägtem Rücken halte ich das Tragesystem für einen der wichtigsten Komponenten bei einem Rucksack. Von Deuter Vari-Quick genannt, können die Hauptträger an den Schultern optimal an jede Rückengröße angepasst werden. Meiner Erfahrung nach ist es dann ideal eingestellt, wenn die Hüfte die Hauptlast trägt, und die Schultern spürbar entlastet sind. Besonders bei weiter Distanz, etwa mehr als 30km, merkt man spürbar, wie wichtig es ist, wenn der Rucksack richtig eingestellt ist. Dabei ist das Tragesystem auch noch flexibel - auch ein ganz wichtiger Punkt. Alle Einstellungen sind schnell verstellbar. So kann ich den Rucksack auch auf unterschiedliche Belastungen einstellen. Der Hauptträger ist hierbei mir einem großem Klettverschluss angebunden. Das Tragessystem von Deuter lässt meiner Meinung nach keine Fragen offen und gehört zu den Besten auf dem Markt.


Raumaufteilung im Rucksac
k

Der AC Lite besitzt oben ein großes Deckelfach, welches auch noch eine Innentasche hat, um zum Beispiel Wertsachen, Geld, oder wichtige Dokumente zu beherbergen.
Daran anschließend dann das großzügige Hauptfach, wo sich unten ein Raumtrenner befindet, den man durch einen Reisverschluß auch komplett entfernen kann. Dieser Raumtrenner trennt das Hauptfach in ein Schlafsack/Zeltfach am Boden, welches auch einzeln zu öffnen ist. Anfänglich hatte ich Zweifel an der Stabilität dieses Reisverschlusses, aber es stellt sich heraus das Deuter auch hier hervorragende Qualität abliefert. Inzwischen sind diese Zweifel ausgeräumt, und der Reisverschluss hat auch bei hohen Drücken gehalten. Der AC Lite geht also bei der Raumaufteilung klassische Wege, und macht hier absolut nichts falsch.

Tragemöglichkeiten an der Außenseite des Rucksackes

Zwei große Seitentaschen, welche beim Wandern mit der Hand problemlos erreichbar sind, ermöglichen das Tragen von Trinkflaschen und anderen Gegenständen, die ich während der Wanderung ohne große Aufwände verfügbar haben möchte. Sie sind aus einem dehnbaren, atmungsaktiven Meshmaterial. Auf dem Rücken gibt es dann noch eine große Tasche, auch aus atmungsaktiven Material, welches beispielsweise zur Aufnahme von Wäsche eignet, die während der Wanderung trocknen soll.

Trinksystem Support
Das Source Trinksystem

Der AC Lite unterstützt auch den Einbau eines Trinksystems. Offiziell ist das der "Deuter Streamer", den es in 1.5, 2 Liter sowie in einer 3 Liter Variante gibt. Hierbei handelt es sich um die Source Trinkblasen. Eine solche habe ich in der 3 Liter Variante erworben, schließlich kann ich diese ja auch mir nur 2 Liter füllen. Kurz gesagt: das Source Trinksystem lässt keine Wünsche offen, und ist durch den großen Reinigungszugang auch hygienisch auf der sicheren Seite.

Erfahrungen mit Distanzwanderungen

Das Tragesystem des Deuter AC Lite lässt keine Wünsche offen - auch nach 50 km von München Hbf nach Wasserburg am Inn hatte ich keinerlei Druckpunkte oder Scheuerstellen. Einmal eingestellte Gurte halten Position. Ich bin begeistert.

Ergebnisse im Einsatz bei Dauerregen

Ebermannstadt -> Erlangen, rund 37 km, etwa 5 1/2 Stunden Bewegungszeit. Es hatte durchgängig stark geregnet. Der ideale Test für den AC-Lite und dessen Regenhülle. Ich hatte bei dieser Wanderung einen Poncho an, jedoch den Rucksack nicht unter dem Poncho geparkt, weil dieser dafür zu klein ist. Also wurde der AC Lite an den Schulterträgern und an der Fläche zwischen Rücken und Rucksackfläche nass. Über Stunden hat sich etwas Wasser in das unterste Fach des AC Lite vorgerarbeitet. Deckelfach sowie Hauptfach blieben komplett trocken. Dies kann man lösen, indem man entweder einen Rucksackfähigen Poncho trägt, oder den Regen mit einem großen Regenschirm fernhält, was jedoch an diesem Tag wegen des Windes nicht wirklich möglich gewesen wäre. Allerdings ist das schon ein extremer Einsatz gewesen. Wann sonst regnet es 5 1/2 Stunden am Stück? In regenfreien Zeiten hätte der Rucksack dank der belüfteten Rückenfläche schon wieder an der Trocknung gearbeitet. Desweiteren handelt es sich um ein paar Tropfen, und keine Unmengen an Wasser, was sich da gesammelt hat. 

Der gesamte Rucksack wurde außen klamm/feucht, aber das liegt in der Abwärme meines Rückens begründet, so das das Material natürlich unter der Regenhülle schwitzt. Stellt meiner Meinung nach kein Problem dar. Wie schon gesagt, im wirklichen wichtigem Deckelfach, sowie im Hauptfach ist alles trocken geblieben. Darin befinden sich in meinem Setup die schwersten Teile wie Tarp, Schlafsack, Trinkblase, Powerbank etc, Dinge die einfach nicht nass werden dürfen. 

Insofern lautet mein Urteil hier: Hervorragende Qualität für den Preis!

Praktisch erweiterbares Volumen

Die 50 Liter Standardvolumen dieses Rucksackes reichen mir gut aus für meine komplette Mehrtagestour-Ausrüstung. Meine Thermarest Z-Lite spanne ich unten ans Bodenfach außen an. Meistens besorge ich mir noch etwas zum Kochen bei einem Supermarkt in der Nähe des Ziels. Den Einkauf kann ich dank der herausziehbaren Erweiterung des Hauptfaches gut unterbringen.

Fazit

Der Deuter Aircontact Lite 50 + 10 ist kein Leichtgewicht, dafür aber ein extrem robuster und verlässlicher Begleiter. Er ist vor allem auch komfortabel, und dabei dennoch bereit für verschiedenste Einsatzzwecke. Ob als Trekkingrucksack bei Mehrtagestouren, Megamarsch ähnliche Events mit hohen Distanzen, oder als Tagesrucksack mit Platz für die Utensilien der ganzen Familie, der Aircontact Lite erfüllt alle diese Anforderungen. Ein idealer Rucksack für den Einstieg in das Wanderhobby, und ein treuer Begleiter für viele Jahre.



Dienstag, 30. Juni 2020

Von Erlangen-Bruck nach Ebermannstadt (2 Tage)

Ich startete am Freitag Abend nach Feierabend. Da mir wohl bewusst war, das ich so viel Zeit nicht mehr habe, packte ich in Windeseile meine Sachen und wählte ich den Campingplatz Rangau am Dechsendorfer Weiher als erstes Ziel. Für den ersten Tag sollte diese Distanz von ca. 8 km erstmal reichen. Am recht angenehmen Campingplatz mit guten Sanitäranlagen richtete ich mir mein Tarpzelt ein, und genoss den Abend.


Gut und wichtig das die Bushbox auch mit einem Trangia Brenner kompatibel ist. So gabs am Morgen erstmal Kaffee. Nach der Abmeldung vom Campingplatz ging es dann los Richtung Möhrendorf, und schliesslich auf den Main-Donau Kanal, geradewegs nach Forchheim.


Bei extrem schwülem Wetter war ich auch sehr dankbar für meine Schlauchmütze. Inzwischen will ich die nicht mehr missen und habe sie immer dabei. Im Winter lege ich sie doppelt und habe so immer einen Wärmeschutz, im Sommer schützt sie meinen Kopf vor der Sonneneinstrahlung. Nach etwa 15 km laufen nur am Kanal komme ich an der Schleuse Hausen vorbei. Von dort aus ziehe ich rechts nach Forchheim weiter.

In Forchheim angekommen musste ich dringend meinen Wasservorrat erneuern sowie etwas essen. Aktuell habe ich ja immer nur einen Liter Wasser mit mir, weil ich noch keine klare Meinung zu diversen Trinksystemen habe. Zum Glück gibt es nach dem Bahnhof gleich einen BIO-Laden. Nachdem ich mir den Bauch vollgeschlagen hatte ging es weiter Richtung Ebermannstadt. Dazu musste ich Forchheim mehr oder weniger durchlaufen. Auf dem ca. 10km langen Teilstück der Wanderung nach Ebermannstadt komme ich an einem der Höhepunkte in der Fränkischen Schweiz vorbei, dem Walberla, ein Berg mit einer markanten Hochebene, auf der schon die Kelten hausten.


Es war noch erträglich zu laufen, doch meine Durchschnittsgeschwindigkeit sank schon merklich ab. Eine weitere Pause habe ich mir gegönnt. Ich hatte es schließlich auch nicht eilig. Hier merkte ich, wie wichtig es ist, die Beine mal hochzulegen.


Mit der Wiesent, dem Fluss der durchs gleichnamige Wiesenttal im Herzen der fränkischen Schweiz führt, verbindet mich viel. Schon als Kind habe ich dort gespielt und viele Abenteuer erlebt.
Auch in Ebermannstadt zeigt sich die Wiesent von ihrer schönsten Seite.


In Ebermannstadt angekommen traf ich meine Familie wieder, und konnte das erste Mal meine Hängematte ausprobieren. Und was soll ich sagen, ich bin begeistert! Ich konnte sehr viel besser darin schlafen als ich mir vorgestellt hatte, und die Hängematte bildet eine optimale Kombination mit meinem Tarp.


Alles in Allem war das mal wieder ein richtig erfüllender Trip. Mit einer Gesamtdistanz von 39km auch von der sportlichen Seite her nicht zu verachten. Gerne wieder!

Diese Wanderung auf Komoot.

Dienstag, 24. März 2020

Was bringt das Laufen im Nordic Walking Stil?

Als ich mit dem urbanen Wandern anfing, benutzte ich immer meine Trekkingstöcke. Schnell habe ich mir auf YouTube ein paar Nordic Walking Videos angeschaut, um die Technik zu verbessern. Ein halbes Jahr lang bin ich fast ausschließlich mit Stöcken gelaufen. Bis ich dann Anfang 2020 Rückenschmerzen bekam, und mir klar wurde, das bestimmte Muskelgruppen faktisch gar nicht mehr trainiert werden, wenn man nur mit Stöcken läuft. Fortan begann ich den Mischbetrieb, mal ohne , mal mit Wanderstöcken, und tatsächlich verschwanden die Rückenschmerzen wieder.

Diese Mischung möchte ich weiterhin beibehalten. Aber was passiert ist, ist ein Anlass für mich einmal wirklich zu erforschen was mir die Wanderstöcke bringen, und wann ich sie am Besten einsetze oder weglasse. Daher habe ich eine Statistik zu den Wanderungen der letzten Wochen erstellt.


Wenn ich ohne Stöcke laufe, bekomme ich ab ca. 27km Hüftschmerzen. Es geht dann noch weiter, ich habe ja schließlich den Megamarsch in Nürnberg auch geschafft, aber die Geschwindigkeit sinkt merklich. Diese Daten werden mir auch helfen, wie ich mich bei Distanzwanderungen am Besten verhalten kann.

Betrachtet man nun die verschiedenen Geschwindigkeiten, so zeigt sich, das ich

mit Stöcken durchschnittlich über 7 km/h zurücklege, 
und
ohne Stöcke meistens bei etwa 6,5 km/h liege.

Mit Stöcke :
+ keine Hüft- oder Gelenkschmerzen, auch bei Distanzen > 30 km
+ Stöcke helfen den Laufrhythmus zu halten, Geschwindigkeit bleibt eher konstant
+ mehr Sicherheit bei schwierigem Gelände
+ kostenloses Oberkörpertraining
- etwa 1/4 höherer Energieverbrauch (geschätzt)

Ohne Stöcke:
+ Man hat die Hände frei für Fotos/Handy/etc
+ für Langstrecke optimierter Energieverbrauch
- Hüftschmerzen nach etwa 27km

Meine Interpretation für den Alltag:
Auf den Alltagsrouten ( ca. 3 - 15 km ) werde ich weiterhin mal ohne, mal mit Stöcken laufen. So trainiere ich alle möglichen Muskeln welche beim Laufen beteiligt sind, ohne meine Gelenke zu überlasten.

Für Distanzwanderungen:
Ich werde auf Weitwanderungen die Stöcke immer mitnehmen, jedoch ohne Stöcke starten. Erst wenn die kritische Distanz von etwa 25km kommt, kommen die Stöcke zum Einsatz. Sie werden mir helfen, die Anfangsgeschwindigkeit zu halten, und den Schmerzen vorzubeugen.